Tagesgeld-Zinsen berechnen: Formel, Beispiele & Rechner

Bei Tagesgeld werden die Zinsen in der Regel tagesgenau berechnet und meist einmal jährlich oder beim Aktionsende dem Konto gutgeschrieben. Mit der richtigen Formel können Sie sich vorher ausrechnen, wie viel Ihre Anlage tatsächlich bringt.

Die Zinsformel

Zinsen = Kapital × Zinssatz × Tage / 365

Der Zinssatz wird dabei als Dezimalzahl eingesetzt (3 % = 0,03). Schaltjahre mit 366 Tagen werden bei den meisten Banken durch die Methode „act/365" automatisch korrekt behandelt.

Beispiel 1: Ganzjährige Anlage

Sie legen 30.000 € für ein ganzes Jahr zu 2,8 % an:

30.000 × 0,028 × 365 / 365 = 840 €

Beispiel 2: 6-Monats-Aktionszins

Bei vielen Banken gilt ein höherer Aktionszins nur für die ersten 6 Monate. Mit 30.000 € zu 3,0 % für 183 Tage:

30.000 × 0,03 × 183 / 365 ≈ 451 €

Danach läuft das Konto in den niedrigeren Bestandskundenzins. Tipp: Notieren Sie sich das Aktionsende und wechseln Sie ggf. zur nächsten Aktionsbank.

Was ist Zinseszins?

Zinseszins entsteht, wenn die einmal gutgeschriebenen Zinsen im Folgejahr selbst wieder verzinst werden. Bei Tagesgeld passiert das automatisch, sofern Sie die Zinsen nicht abheben. Über mehrere Jahre macht das einen spürbaren Unterschied – der Effekt wächst umso stärker, je länger die Anlagedauer ist.

Beispiel 3: Mehrjährige Anlage mit Zinseszins

Sie legen 20.000 € über 5 Jahre zu konstant 2,5 %an und lassen die Zinsen jedes Jahr stehen:

Endkapital = 20.000 × (1 + 0,025)^5 ≈ 22.628 €

Ohne Zinseszins wären es nur 22.500 €. Über lange Zeiträume und höhere Beträge wächst dieser Effekt stark – nach 20 Jahren würden aus 20.000 € rund 32.770 € (statt 30.000 € ohne Zinseszins).

Unterjährige Zinsgutschrift

Einige Banken schreiben die Zinsen quartalsweise oder monatlich gut. Das ist für den Sparer ein kleiner Vorteil, weil bereits gutgeschriebene Zinsen sofort wieder mitverzinst werden. Bei den meisten Tagesgeldkonten erfolgt die Gutschrift allerdings einmal jährlich zum 31. Dezember – oder beim Aktionsende. Im Vergleich macht das in der Regel wenige Euro Unterschied.

Was wird vom Zins abgezogen?

Auf Zinserträge fällt in Deutschland Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) an. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Verheirateten) bleiben Zinsen steuerfrei – sofern Sie einen Freistellungsauftrag erteilt haben. Details und Musterformular finden Sie im Ratgeber Steuer & Freistellungsauftrag.

Effektivzins vs. Nominalzins

Bei Tagesgeld sind Nominal- und Effektivzins fast immer identisch, weil keine versteckten Gebühren oder Kosten anfallen. Anders bei Festgeld mit unterjähriger Zinsgutschrift: hier kann der Effektivzins minimal höher liegen als der angegebene Nominalzins. Achten Sie beim Vergleich daher immer auf den Effektivzins (auch „Rendite p. a." genannt).

Mischzins richtig berechnen

Wenn ein Aktionszins nur 6 Monate gilt und danach ein niedrigerer Bestandszins greift, rechnen Sie den Jahres-Mischzins so aus: (Aktionszins × Aktionsmonate + Bestandszins × Restmonate) / 12. Beispiel: 3,0 % für 6 Monate, danach 1,5 % für 6 Monate ergibt einen Mischzins von 2,25 % p. a. Genau dieser Wert ist bei jedem Anbieter in unserem Vergleich als „Effektivzins erstes Jahr" ausgewiesen.

Zinsen mit verschiedenen Beträgen vergleichen? Im Tagesgeld-Vergleich sehen Sie sofort den jährlichen Zinsertrag pro Bank.